








Anleitungen und Workshops









Ein Pizza oder Brotbackofen im eigenen Garten oder auf der eigenen Terasse muss nicht teuer sein und kann ohne handwerkliches Geschick selbst gemacht werden.
Hier gebe ich eine Schritt für Schritt Anleitung dazu sowie eine vollständige Materialliste. Für das Baumaterial Lehm braucht es zwar keine großen Vorkenntnisse, man muss allerdings ein Gefühl dafür entwickeln. Falls du Fragen hast oder Unterstützung beim bau deines Lehmofen brauchst zögere nicht mich zu kontaktieren.
Die Unterkonstruktion kann sehr unterschiedlich ausschauen, der Ofen sollte allerdings auf jeden fall nicht direkt am Boden stehen, damit er auch ordentlich bedient werden kann.
Die einfachste Variante ist, eine bestehende Mauer oder ähnliche Erhöhung zu verwenden, hier muss darauf geachtet werden, dass der Ofen nicht bei Regen durch Oberflächenwasser feucht wird.
Alternativ kann eine Unterkonstruktion aud Holz hergestellt werden, das ist eine schnelle Lösung und kann auch dauerhaft sein. Sehr wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass das Gewicht vor allem im Nassen Zustand getragen wird, dass die Unterkonstruktion ausreichend Ausgesteift ist und, dass das Holz vor der Hitze des Ofens geschützt ist.
Eine Aufwändige Variante ist, eine Unterkonstruktion aus Mauerwerk, entweder Ziegel oder Stein. Die Vorteile sind, dass keine besondere Aufmerksamkeit auf den Hitzeschutz gelegt werden muss und die Unterkonstruktion kein Problem mit dem Gewicht des Ofens hat.
Was zu bedenken ist, ein Lehmofen ist nicht Wetterfest. Lehm ist beliebig oft wiederverwendbar da er wasserlösich ist, das bedeutet aber auch, dass direkter Regen den Ofen beschädigen kann und er entsprechend überdacht werden muss. Der Ofen kann auch mit einer Plane abgedeckt werden, dabei entsteht aber meist Kondenswasser, was auf dauer die oberen Schichten des Ofens leicht beschädigen kann. Schäden am Ofen sind kein Problem da er jederzeit ohne großen Aufwand wieder repariert werden kann da Lehm beliebig oft wiederverwendet werden und kleine Risse oder Löcher sind kein Problem für die haltbarkeit des Ofens.


Lehm ist der wohl am weitesten verbreitete Baustoff der Erde. Lehm wächst zwar nicht nach ist aber reichlich auf der gesamten Erde vorhanden und wird seit Jahrtausenden als Baustoff verwendet. Auch die Moderne Bauwirtschaft verwendet Lehm in verschiedensten Formen zum Beispiel als Lehmstein, Stampflehm oder Lehmputz.
Den Lehm können wir an einem Beliebigen Ort im Garten ausgraben. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Humusschicht abgetragen wird (diesen Teil können wir später noch verwenden) das sind die ersten ca. 20cm die dünkler verfärbt sind. Dann kann das Material ausgegraben und getestet werden.
Die Anforderungen an den Lehm für einen Ofen sind ähnlich wie für Lehmputz, entsprechend kann das Baumaterial geprüft werden.
Das Baumaterial sollte vor der Verwendung getestet werden. Diese Tests verraten uns ob unser Material geeignet ist oder noch verändert werden sollte und geben gleichzeitig ein Gefühl für das Material. Lehm besteht aus Ton, Schluff und Sand. Wobei sich diese Bestandteile hauptsächlich durch die Korngröße unterscheiden. Ton ist das Bindemittel und somit der wichtigste Teil des Lehms, welche die eigenschaften bestimmt. Ist der Tongehalt zu hoch, wird der Lehm als „fett“ bezeichnet. Lehm kann sehr gut durch den Zusatz von Sand oder organische Stoffe wie Stroh oder trockenem Rasenschnitt „abgemagert“ werden. Ist der Ton zu fett, öffnen sich beim trocknen Risse, da der Ton beim trocknen schwindet. Ist der Ton zu mager ist zu wenig Bindemittel vorhanden und der Lehm kann nicht geformt werden und der Lehm „sandet“ im trockenen Zustand (beim drüberstreichen lösen sich Sandkörner). Für den Bau eines Ofens ist ein eher magerer Lehm von Vorteil, da er drausen gebaut wird ist sanden kein Problem und ein magerer Lehm verhindert die Rissbildung auch unter der Hitze des Ofens.
Test 1:
mit etwas Wasser eine kleine Wurst in den Händen Formen. Hat der Baulehm genug Tonanteil, dann sollte es problemlos möglich sein eine wurst mit einer dicke von 1 cm zu Formen, die nicht brüchig ist. Je dünner die Wurst ausgerollt werden kann desto fetter ist der Lehm.
Test 2:
Aus dem Lehm kann mit hilfe von etwas Wasser eine Kugel geformt werden. Diese Kugel wird auf harten Untergrund fallen gelassen z.B. ein Brett dabei sollte die Kugel nicht zerfallen aber auch nicht zerfließen. Dieser Test gibt uns nicht nur Auskunft über den Tonanteil aber auch darüber ob genug oder zu viel Wasser im Lehm ist.
Test 3:
Eine dünne Putzschicht auf einen Ziegel auftragen. Dabei können verschiedene Mischungen ausgetestet werden wobei kontinuierlich 1 Teil Ausgangsmaterial mit 1-3 Teilen Sand oder 1-3 Teilen Organischem Material gemischt wird. Das Auaftragen auf Ziegel bietet sich an, da diese das Wasser gut aufsaugen und einen geeigneten Putzgrund bieten. Das Ziel ist, dass der getrocknete Putz keine Risse aufweißt.
Wenn eine geeignete Mischung bestimmt wurde kann diese für den gesamten Ofen verwendet werden, wobei es Teile gibt die weniger empfindlich sind und die letzte Schicht die besonders schön werden sollte.

Pizza und Brotöfen sind in der Regel auf einer Ebene Aufgebaut. Um den Platzbedarf so klein wie möglich zu halten ohne einbusen in der Nutzbarkeit werden in dieser version 2 Ebenen erstellt, idealerweise durch Schamotteplatten getrennt.
Der Untere Teil ist die Brennkammer, welche durch das befeuern vor allem durch das reinwerfen von Holz beansprucht wird. Die Brennkammer kann durchaus rein aus Lehm erstellt werden, allerdings empfehle ich sie mit Ziegeln auszukleiden um sie länger haltbar zu machen.
Als erstes muss eine gerade Fläche hergestellt werden. Bei einer Holz Unterkonstruktion sollte zur Sicherheit eine mindestens 10 cm dicke Schicht Lehm aufgetragen werden. Hier ist die Qualität des Lehms nicht sehr wichtig, es können durchaus ein paar Wurzeln oder Steine drin sein es sollte aber so wenig wie möglich Wasser in den Lehm eingebracht werden da sonst im späteren Verlauf diese Schicht zerfließen kann. Auf diese Schicht geben wir die Ziegel, vertikal aufgereiht, wobei im hinteren Bereich wo die Brennkammer in die Kuppel übergeht keine Ziegel notwendig sind. Ausserhalb der Ziegel wird der Ofen in der Form der späteren Kuppel mit Lehm aufgebaut. Mit etwas Lehmmörtel (etwas feuchterer Lehm) können auf die Ziegel die Platten für die Brennkammer aufgelegt werden. Ziegel und Platten sollten möglichst waagerecht eingebaut werden. Die Schamotteplatten können auch durch bewehrte Betonplatten ersetzt werden. Betonplatten werden allerdings durch die Hitze brechen werden und nur durch die Bewehrung halten und dadurch etwas durchhängen.


Bevor die Kuppel aufgebaut wird, wird der Eingangsbogen aus Ziegeln gemauert. Auch hier bieten sich Ziegel an, da beim rein und rausnehemen von Brot oder Pizza sonst immer wieder Teile abbrechen können. Alternativ kann analog zum Bau der Kuppel auch der Bogen mit Lehm hergestellt werden.
Die einfachste Methode um die Kuppel zu Bauen ist die Ofentür vorher zu bauen und diese mit Abstandshaltern (ca. 1 cm) als Innenform zu verwenden. Natürlich kann auch eine Innenform aus Sand oder Erde für den Bogen erstellt werden. Die Schlusssteine werden mit einem Trennschleifer angeschnitten und vorn und hinten eingebaut sodass in der Mitte der Kamin platz findet. Die Ziegel sollten sich an den Innenkanten berühren und mit Lehmmörtel verbaut werden. Zusätzlich können kleine Steine verwendet werden um den Abstand zwischen den Ziegeln zu halten falls der Mörtel zu weich ist.
Die Ofentür bleibt im Bogen sodass der Sand/ Erde für die Innenform der Kuppel nicht nach vorne austritt. Alternativ kann auch mit etwas gefühl die Sandform für den Bogen genutzt werden.
Die Kuppel wird komplett aus Lehm hergestellt. Dafür wird eine Innenschale aus feuchtem Sand oder Erde hergestellt hier kann auch das Material aus der Humusschicht verwendet werden. Hierbei können auch Steine oder Holzstücke verwendet werden um etwas weniger Sand zu verwenden. Das Loch im hinteren Teil muss abgedeckt werden damit nicht zu viel der Innenschale in die Brennkammer runterfällt.
Um die Höhe der Innenschale richtig einschätzen zu können kann am Anfang ein Stock an die höchste Stelle mit der gewünschten Länge platziert werden. Diese Innenschale bestimmt die spätere Form der Kuppel sie sollte dementsprechend gleichmäßig und glatt sein, außerdem sollte sie gutan den vorher erstellten Bogen anschließen. Wenn die Innenschale die gewünschte form hat wird sie mit angefeuchtetm Zeitungspapier abgedeckt. Das Zeitungspapier verhindert die verbindung von Innenschale mit dem Material der Kuppel.
Die Kuppel wird von unten nach oben mit möglicht konstanter Dicke von etwa 7cm aufgebaut. Es bietet sich an, die eigene Faust als Dickenmaß heranzuziehen. Beim Aufbau der Kuppel ist es Wichtig, dass das Material gut verbunden ist. Dafür wird immer das neue Material in das vorherige reingedrückt. Wichtig ist dabei das Material nicht in die Innenschale zu drücken sondern entlang der Außenschale, vor allem im obersten Bereich kann das schwieriger werden. Wie Glatt und schön diese Schicht ist, ist nicht wichtig, da wir im nächsten Schritt noch eine letzte Schicht auftragen.




Als letzte Schicht wird ein Lehmputz aufgetragen. Hier ist es besonders wichtig, dass diese Schicht mit möglicht hochwertigem Lehm hergestellt wird der möglicht keine Trocknungsrisse aufweißt. Falls die unteren Schichten bereits getrocknet sind, müssen diese nochmal angefeuchtet werden damit sich die Schichten verbinden können. Diese letzte Schicht kann auch mehrmals aufgetragen werden und hier können Formen oder Schriften hergestellt werden. Nach belieben kann auch der Eingangsbogen verputzt werden. Hier kann etwas mehr wasser verwendet werden damit der Lehm auch glattgestrichen werden kann, außerdem sollten nicht zu große Steine, Stöcke oder Wurzeln enthalten sein, da sonst das Glattstreichen nicht besonders gut funktioniert. Diese Schicht sollte nicht dicker als 3 cm sein, es bietet sich an Trockenen Rasenschnitt oder Strohhäcksel zuzugeben da diese die Rissbildung zusätzlich verhindern.


Wenn der Ofen angetrocknet ist, kann die Innenschale entfernt werden. Der Ofen muss nicht komplett trocken sein, das dauert mit der Innenschale unter umständen 2 Wochen. Wird nicht zu viel Wasser bei der Herstellung der Kuppel verwendet kann der Ofen in der Regel am selben Tag ausgehöhlt werden. vor allem im Anschlussbereich zum Eingangsbogen sollte vorsichtig vorgegangen werden und wenn sich die Kuppel bewegt muss sofort unterbrochen werden, dieser Bereich ist der Empfindlichste. Sobald der Ofen ausgeräumt ist kann gleich eingeheizt werden. Das Zeitungspapier wird warscheinlcih noch auf der Innenseite der Kuppel kleben und wird mit vortschreitender Trockunung abfallen und verbrennen. Der Ofen fängt an zu dampfen sobald sich die Kuppel langsam aufwärmt. Auch unter hoher Hitze wird der Ofen nicht am selben Tag komplett austrocknen, das dauert einige Tage.
Im Letzen Jahr Habe ich meinen selbstgebauten Widder bereits getestet. In den Vergangenen Tagen hat der Widder einen Dauertest absolviert und eine Verbesserung erhalten.

Der Dauertest (teilweise bei Temperaturen knapp unter Null) zeigt, dass der Widder bei einem Dauereinsatz von 24h ohne Unterbrechung ca. 100l pro Stunde fördert. Die Förderleistung des Widders wurde mit 1000l Fässern gemessen, welche eine Füllstandsskala an einer Seite haben.
Die Förderhöhe des Widders liegt bei 13m wobei eine Fallhöhe der Triebleitung 3m Beträgt was eine netto Förderhöhe von 10m bedeutet. Wie genau ein Hydraulischer Widder Funktioniert ist HIER erklärt.

Der große Vorteil bei diesem Projekt liegt darin, dass die gesamte Anlage innerhalb des eigenen Grundstücks liegt und aufgrund der geringen Fördermenge keine wasserrechtliche Bewilligung notwendig ist.
Vor dem Dauertest hat sich die Schraube an der Großen Auslassklappe gelöst, wobei die zusätzlichen Gewichte aufgrund des hohen Wassermenge im Frühjahr weckgespült wurden. Die Dichtung hat sich auch abgelöst konntet aber wieder gefunden werden. Durch eine Teflon Band konnte die Reibung im Gewinde der neuen Schraube erhöht werden, diese Löste sich nicht im Dauertest.

Die Angesprochenen Verbesserung ist ein Einlaufkasten für die Triebleitung (im Bild) welcher noch mit einem Metallgitter abgedeckt wird und vor allem als Sandfang dient. Das Netzt hält zusätzlich Blätter und andere große Schwimmstoffe von der Triebleitung fern, was vor allem im Herbst wichtig ist.
Nachdem ich bereits erklärt habe wie ein Widder funktioniert und wie ich meinen Widder gebaut habe möchte ich noch meine Erfahrungen nach einigen Versuchen Teilen.
HIER das Video zu meinem Widder.
Um den Widder zu starten ist meiner Erfahrung nach ein gewisser Gegendruck in der Steigleitung nötig, außerdem kann es vorkommen, dass der Widder mehrmals durch das öffnen des Auslassventils gestartet werden muss. Beim starten des Widders ist es meiner Meinung nach vorteilhaft das Ventil länger offen zu halten um einen größeren Fluss zuzulassen wodurch der Druckstoß größer ist und der Nachfolgende Unterdruck höher ist um das Ventil wieder zu öffnen.
In der ersten Version habe ich einen Plastikkanister als Windkessel verwendet. Der Plastikkanister hat sich aufgeblasen und wirkte sehr unstabil. Außerdem kann davon ausgegangen werden dass die Ausdehnung des Kanisters bei jedem Druckstoß einen Teil der Energie umwandelt.
Dementsprechend läuft der Widder mit einem stabilem Druckkessel (Gasflasche) gefühlt besser und zuverlässiger.
Das Volumen des Windkessels hat meiner Meinung nach keinen großen Einfluss auf die Funktion des Widders, der Windkessel sollte allerdings groß genug sein, dass mehr als die Hälfte des Volumens mit Luft gefüllt ist in meinem Fall handelt es sich um eine 5 kg Gasflasche mit ungefähr 10l Volumen.
Der Wichtigste Bestandteil des Widders ist das Ausgangsventil. Diese verkehrt montierte Rückschlagklappe ist bei mir eine Neoprenklappe, da ich kein Rückschlagventil in dieser Dimension gefunden habe. Die Öffnung des Ventils nach dem Druckstoß sollte Aufgrund der Druckverteilung nach dem Stoß kein Problem sein (eine genauere Erklärung findest du HIER) allerdings zeigt meine Erfahrung, dass zusätzliches Gewicht auf der Klappe zum zuverlässigem Lauf beitragen. Dafür wäre ein Rückschlagventil mit Führungsstange an der Gewicht befestigt werden kann besser geeignet.
Nachdem ich die Grundprinzipien und die Anwendung eines Hydraulischen Widders erklärt habe wollte ich noch erklären wie ich meinen Hydraulischen Widder gebaut habe.
Die Bestandteile des Widders sind sehr simpel und in jedem Fachhandel für Hydraulik erhältlich. Für die Funktion eines Widders sind hauptsächlich die 2 Rückschlagventile beziehungsweise Klappen verantwortlich. Ein weiterer entscheidender Bestandteil des Widders ist der Windkessel. Alle weiteren Bestandteile sind nur Verbindungsstücke.

Im Bild die Bestandteile:
-Links unten Anschluss Triebleitung (PVC- Rohr 1 1/4 Zoll)
-unten Mitte T-Stück von 1 1/4 auf 3/4 Zoll
-unten Rechts Kniestück 1 1/4 Zoll damit die Rückschlagklappe Vertikal steht
-rechts oben Rückschlagklappe verkehrt montiert 1 1/4 Zoll
-bildmitte Rückschlagventil zum Windkessel und Steigleitung 3/4 Zoll
-oben Mitte T- Stück zur Steigleitung und zum Windkessel hier noch Anschluss zum Plastikkanister.

Im Bild der Zusammengebaute Widder in Blau der Windkessel (recycelte Gasflasche) rechts (Bachaufwärts) die Triebleitung links die Steigleitung und unter dem Windkessel das oben beschriebene Herzstück.
Der Windkessel sollte möglichst stabil und Druckfest sein. Bei meinem Widder habe ich die Erfahrung mit eine Plastikkanister gesammelt, in der zweiten Ausbaustufe habe ich eine gebrauchte Gasflache (mit kaputtem Ventil) verwendet welcher gleichzeitig als Tragstruktur wirkt.
Die Dimension der Bestandteile ist abhängig von der individuellen Anwendung, einen Anhalt zur Dimensionierung findest du Hier.
Die Handwerkliche Tätigkeit beim Bau des Widders beschränkt sich im wesentlichen im dichten zusammenschrauben von den einzelnen Teilen. Im Fall der Gasflasche als Windkessel ist es nötig ein Rohrstück mit Gewinde an die Gasflasche anzuschweißen (ACHTUNG die Gasflasche muss zu hundert Prozent Gasfrei sein z.B. durch mehrfaches auffüllen mit Wasser).
„Einkaufsliste“ ohne Dimensionen
> 2 Rückschlagventile/ Klappen
> Windkessel (möglichst stabil) mit Anschlussstück
> Triebleitung mit Anschlussstück
> Steigleitung mit Anschlussstück
> 2 T-Stücke
> Ein Kniestück
„Einkaufsliste“ mit Dimensionen
> Rückschlagventil 3/4 Zoll
> Rückschlagklappe 1 1/4 Zoll
> Windkessel (möglichst stabil) mit Anschlussstück 1/4 Zoll
> Triebleitung mit Anschlussstück 1 1/4 Zoll
> Steigleitung mit Anschlussstück 3/4 Zoll
> T- Stück 2x 1 1/4 Zoll auf 3/4 Zoll
> T- Stück 3/4 Zoll
> Kniestück 1 1/4 Zoll
Meine Erfahrungen findest du HIER
Nachdem wir wissen wo und wie ein Widder eingesetzt werden kann, sollte ich warscheinlich meine Ansätze zur Berechnung und Dimensionierung eines Widders Teilen.
Alle diese Annahmen basieren auf hydraulischen Grundkenntnissen und ich kann nicht garantieren, dass sie korrekt sind, dementsprechend möchte ich hiermit zur Angeregten Diskussion über Korrektheit und Verbesserungsvorschläge anregen.
Bevor ich mit meinen eigenen Ausführungen anfange möchte ich etwas aus meiner Recherche Teilen. Da Tabellen meist einfacher sind Berechnungen gibt es HIER mal eine zur Rohrdimensionierung infolge des Durchflusses. Außerdem habe ich an mehreren Stellen gelesen, dass ein Widder ca. 15 mal so hoch hebt wie die Höhendifferenz zwischen Einlauf Triebleitung und Auslauf Widder.
Für den Widder Ausschlaggebend ist die Triebleitung. Die Steigleitung sollte natürlich auch keine all zu großen Widerstände aufweisen, diese sind aber im Verhältnis vernachlässigbar.
Ich habe mithilfe des Energieerhaltungssatzes eine Berechnung des Durchflusses in der Triebleitung durchgeführt. Die Einlaufverluste und jene der Armaturen wurden hierbei nicht beachtet, dafür wurde eine relativ hohe Rohreibungszahl angenommen.
Anschließend habe ich mithilfe dieser Formel den Druckstoß berechnet. Der Druckstoß ist ausschlaggebend für die maximale Hubhöhe des Widders, allerdings ergeben sich hier sehr hohe Werte, welch nur für den Bruchteil einer Sekunde bestehen und somit nur geeignet sind um verschiedene Konfigurationen zu vergleichen wie zum Beispiel die Auswirkung einer Längeren Leitung oder einer Tieferen Position des Widders.
In dieser Excel- Tabelle sind die beiden Formeln bereits eingeben und du kannst sie gerne als Ausgangspunkt verwenden.
Mit meinem selbst gebautem Widder ist eine Hubhöhe von 15 Metern bei einer 30 Meter langen Triebleitung und einem Gefälle von 3 Metern problemlos möglich, dabei ergibt sich aus meinen Berechnungen ein Druckstoß von ca. 40 Bar. Mit dem gleichen Widder bei 2 Metern Gefälle ergibt sich ein Druckstoß von ca. 30 Bar, in dieser Konfiguration sind 10 Meter Hubhöhe leicht machbar.
Wie mein Widder zusammengesetzt ist wird HIER genau beschrieben.
Meine Erfahrungen mit dem Widder sind HIER festgehalten, in dieser Konfiguration wurden ca. 2 Liter pro Minute gefördert bei einem Gefälle von ca. 2,5m und einer Steighöhe von ca. 15 Metern. Bei höherer Fallhöhe öffnet die Rückschlagklappe nicht mehr zuverlässig.
Anmerkungen zur Berechnung:
Alle Einheiten müssen umgerechnet werden um korrekte Ergebnisse zu erhalten.
Nur Gelb markierte Zellen sollten bearbeitet werden.
Alle Werte die du nicht kennst können so belassen werden, da hier häufige Werte verwendet wurden.
Die nicht markierten Werte sind solche, die sich entweder gar nicht oder nur sehr leicht ändern sollten und daher keiner Anpassung bedürfen.
Ich werde diesen Beitrag womöglich in Zukunft weiter Bearbeiten und bessere Berechnungen zur Verfügung stellen soweit ich welche habe.
Nachdem ich HIER erklärt habe wie ein hydraulischer Widder funktioniert sollte ich klarstellen, wo und wie dieser mehr oder weniger sinnvoll genutzt werden kann.
Ein Widder sollte möglichst viel Höhenunterschied mit der Triebleitung überwinden, um hoch zu heben, er braucht allerdings auch eine gewisse Länge der Triebleitung um genügend Gegendruck zu erzeugen, damit der Druckstoß zu einem möglichst großen Teil in die Steigleitung entweicht und nicht in die Triebleitung.
Ein Widder kann bis zu 15 mal (und mehr) höher heben als die Differenz zwischen Einlauf der Triebleitung und und Auslauf des Widders. Allerdings sinkt der Durchfluss in der Steigleitung sehr stark mit steigender Hubhöhe.
Der große Nachteil eines Widders ist, dass nur ein kleiner Teil des Wassers welches zum Betrieb benötigt wird auch gefördert wird und dass das Triebwasser gleichzeitig das geförderte Wasser ist, dementsprechend nicht für Trinkwasser geeignet.
Widder haben in der heutigen Zeit an Bedeutung Verloren, da Elektrischer Strom fast überall verbreitet ist und ansonsten kleine Aggregate zur Versorgung von Pumpen nicht schwer und Teuer zu kriegen sind. Allerdings hat der Widder seine Berechtigung immer noch dort, wo genügend Wasser zur Verfügung steht und kein Stromanschluss in der Nähe ist. Der Widder Arbeitet nämlich ohne elektrische Energie und somit auch vollkommen Emmissionsfrei abgesehen von den Klickgeräuschen.
Dementsprechend werden Widder oft an abgelegenen Orten eingesetzt, meist um Wasser für Bewässerung zur Verfügung zu stellen und in Ausnahmefällen um Trinkwasser zu fördern falls dieses im Überfluss vorhanden ist. Diese Bedingungen werden oft auf abgelegenen Hochalmen in den Alpen erfüllt, ein Widder könnte aber auch in Strukturschwachen Gebieten als kostengünstige Art der Wasserförderung verwendet werden.
Da ich keine Lust habe etwas einfach abzuschreiben gibts unter diesem Link ein paar Beispiele für Widder in Europa
Neben den offensichtlichen wirtschaftlichen Vorteilen in einzelnen Fällen kann ein Widder ein interessant für den eigenen Garten sein.
Ein professionell gefertigter Widder kostet mehrere Hundert Euro und ist dementsprechend für den eigenen Garten etwas kostspielig. Deshalb habe ich HIER meine Erfahrungen mit meinem selbstgebauten Widder festgehalten.
Ein Hydraulischer Widder ist eine Pumpe, welche mithilfe der Energie des Wassers Wasser pumpt.

In diesem Artikel werde ich das Prinzip des Hydraulischen Widders erklären. Eine Anleitung zum Bau eines Widders, zu Anwendungsgebieten und zu entsprechenden Berechnungsvorschlägen findest du auf meinem Blog.

Falls du den ersten Link angeklickt hast und den Wikipedia- Artikel verstanden hast kannst du dir diesen Artikel wahrscheinlich sparen und zum nächsten weiterspringen, ansonsten erklär ich hier nochmals die Funktionsweise eines Hydraulischen Widders.
Der Hydraulische Widder besteht im Wesentlichen aus zwei Rückschlagventilen (goldfarben) bzw. Klappen und einem Windkessel (erstes Bild Blauer Kanister). Dazu kommt noch eine Triebleitung (erstes Bild schwarzer Schlauch) und eine Steigleitung (erstes Bild grüner Schlauch), sämtliche Verbindungsstücke (silberfarben) und alles was ich vergessen habe.
Der Widder hebt Wasser durch einen Druckstoß, der dadurch entsteht, dass das Wasser gegen eine Wand prallt und somit die Geschwindigkeitsenergie in Druckenergie umgewandelt wird, da Wasser nicht kompressibel ist. Die „Wand“ wird durch ein „verkehrt“ montiertes Rückschlagventil (zweites Bild rechts), welches durch den Wasserstrom zugerückt wird, simuliert. Der so entstandene Druck breitet sich in alle Richtungen aus. Die Druckwelle geht einerseits zurück in die Triebleitung und andererseits zum zweiten, „richtig“ montiertem Ventil (zweites Bild Mitte), welches vor den Windkessel geschaltet ist. Der Windkessel ist mit Luft (und etwas Wasser) gefüllt, welche im Gegensatz zum Wasser komprimiert werden kann. Sobald der Druck wieder abnimmt, schließt das Ventil zum Windkessel um den Druck zu halten, gleich danach (so kurz dass es von Menschen nicht wahrgenommen wird) sinkt der Druck im Widder unter den atmosphärischen und das erste, „verkehrt“ montierte Rückschlagventil am Auslauf öffnet sich wieder, somit ist der Widder wider in der Ausgangslage.
Die Steigleitung wird hinter dem zweiten Ventil fixiert, wobei sie möglichst tief am Windkessel sitzen sollte um keine Luft entweichen zu lassen. Der Druckstoß welcher das zweite Ventil öffnet breitet sich zwar auch durch die Steigleitung weiter aus, allerdings ist er sehr kurz, die komprimierte Luft, die sich ständig versucht auszudehnen, kann sich allerdings nach dem schließen des zweiten Ventils langsam ausdehnen und somit als Puffer für den Druckstoß wirken und Wasser in die Steigleitung „drücken“.
Zusammengefasst die „4 Takte“ des Hydraulischen Widders
Grundzustand= freier Ausfluss durch Ventil 1
1. Schließen von Ventil 1 (zweites Bild rechts) und Entwicklung des Druckstoßes
2. Druckstoß öffnet Ventil 2 (zweites Bild Mitte) und komprimiert Luft im Windkessel
3. Ventil 2 Schließt aufgrund von Druckabfall
4. Ventil 1 öffnet aufgrund von Unterdruck im Widder
Grundzustand wieder erreicht
Die Geschichte des Hydraulischen Widders gibts HIER
Nachdem du jetzt warscheinlich verstanden hast wie ein Widder Funktioniert, sollte ich HIER vielleicht erklären wo und wie er mehr oder weniger sinnvoll genutzt werden kann.
HIER gehts zu einem kurzen Clip eines Widders im Einsatz.
I just want to share some thoughts with everybody who cares.
I will write about anything that intrests me and any idea I got. Somtimes in English and sometimes in German. Maybe I won`t write that much after all but i´ll try